Aufgaben der SEG Schwertransport in Rüppurr
Im Jahre 1996, es war nach einem Wochenenddienst auf der Rettungswache in Ettlingen traf man sich am Abend noch anschließend zu einem Bierchen im Biergarten eines Rüppurrer Lokales. Der Grund war eine Einsatznachbesprechung mit einem für die damalige Zeit außergewöhnlichen Patienten. Was war geschehen? Herr Ralf Bickel und ein hauptamtlicher Kollege wurden zu einem Notfallpatienten mit Lungenödem im Raum Ettlingen gerufen. Der Patient wohnte im zweiten Obergeschoss eines 2 1/2 stöckigen Hauses und war nur über eine sehr schmale und steile Treppe zu erreichen. Das Problem war, der Patient war ca. 170cm groß und brachte ca. 200 KG auf die Waage. Der Patient saß in einem Wohnzimmersessel und war zum Glück aller Anwesenden nicht noch ein Stockwerk höher gestiegen um sich dort im Schlafzimmer in sein Bett zu legen! Der Einsatz wurde für die damalige Zeit in einer Summe von Improvisationen abgearbeitet. Die Rolltragen des Rettungsdienstes konnten damals ca. 130 KG an Gewicht akzeptieren. Wurde es schwerer so lief man Gefahr das das automatisch wegklappende Rollgestell zusammen brechen könnte. Das Problem mit der Trage sollte sich aber erst am Bordsteinrand stellen. Zu erst stellte man sich die Frage wie man einen Patienten, der für einen Tragestuhl zu schwer und für ein Bergetuch zu breit war, über eine Treppe, die einer Hühnerleiter am meisten Ähnlichkeit hatte herunter zur Tage auf der Straße tragen sollte. Da der Zustand des Patienten längeres Diskutieren nicht zu lies verständigte wie so oft die Meister der Problemlösung, wenn es um technische Fragen ging. Richtig die Feuerwehr. Die Kollegen mit den großen roten Fahrzeugen waren an diesem Tag wirklich "Gold wert" Ohne die Manpower, eine Korbschleiftrage und div. technische Material wäre eine Rettung des Patienten nicht denkbar gewesen. Auf der Straße angekommen wurde der Patient in der Korbschleiftrage, welche man aus dem Bereich der "Bergwacht" sicher schon gesehen hatte, auf einen Planen und Sprießel LKW der Feuerwehr "gelupft" dort wurden die Medizingeräte wie EKG-Defibrillator, Sauerstoff, Notfallkoffer sowie Rettungssanitäter / Rettungsassistent und Notarzt eingeladen und im Schritttempo in das Diak in Rüppurr gefahren. Dort wurde der Patient mit Material und Vielen Helfern in der Garage in ein Klinikbett gelegt und in der Notfallambulanz versorgt. Kommen wir zurück zum Abend im Biergarten. Dieser Einsatz hatte bei den vorwiegend ehrenamtlichen Kollegen Eindruck hinterlassen. Es kann doch nicht sein, das solche Patienten mit so einem Umstand in eine Klinik transportiert werden müssen?! Man stellte sich die Frage, wie kann man ein Fahrzeug konzipieren, das geeignet ist um der immer größer werdende Patientenzahl von Übergewichtigen gerecht zu werden. Auch ein Organisatorischer Leiter des Rettungsdienstes wurde befragt, die Statistik der Rettungsleitstelle zeigte, das die Fahrten mit Patienten bei denen eine Tragehilfe also ein zweites Fahrzeug benutzt wurde, oder man versuchte zu breite Patienten im Krankenwagen zu transportieren einfach von Jahr zu Jahr zu nahm. Die SEG Rüppurr stellte nach diesem Einsatz und nach Rücksprache mit dem zuständigen Rettungsdienstleiter beim DRK Kreisverband Karlsruhe ein neues sehr einfach gehaltenes Fahrzeug auf Fahrgestell eines ehemaligen Rollstuhlbusses in Betrieb. Folgende Ansprüche stellte man an das erste Fahrzeug als Pilotprojekt und als Testballon: - Patientenraum mit Licht - Patientenraum mit Heizung - Möglichkeit eine Korbschleiftrage auf dem Boden zu befeßtigen - Sitzmöglichkeit für den Helfer - Notfallausstattung noch aus Rucksack oder Koffer noch kein Ausbau wie ein RTW. Aus Kostengründen wollte man erst mal mit wenig Aufwand sehen, wie oft ein Sonderfahrzeug Rettungsdienst zum Einsatz kommen sollte. Die Idee "Schwergewichtigentransport" Karlsruhe SEG Schwertransport oder wie wir liebevoll von den Kollegen später betittelt wurden die SEG D*U*M*B*O (*1) war geboren! (*1) "Desaster Unit to Move Bodys Oversized"
Einsatzindikationen für unseren S-RTW Schwerlast-Rettungswagen RK KA 1/89-0
Patienten mit BMI über 40 Patienten die auf normalen DIN Tragen mit den Gurten nicht fixierbar sind. Adipöse Patienten die einen KTW / RTW oder ITW benötigen! Siehe auch unter: http://www.drk-rueppurr.de/index.php?option=com_content&view=article&id=99%3Arettungswagen-der-bereitschaft&catid=78%3Afuhrpark&Itemid=94
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